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150 Geschichten

150 Jahre sind eine lange Zeit. Wir möchten sie in vielen kurzen Geschichten erzählen. Haben Sie auch eine auf Lager? Dann freuen wir uns auf Ihre eigene Liebenau-Geschichte, die wir gerne hier veröffentlichen. Klicken Sie dazu einfach auf das transparente Polaroid-Foto.

1870 bis 2020

150 Jahre Stiftung Liebenau | 150 Jahre In unserer Mitte – Der Mensch
1842 - 1869

Die Vision

Die Vorgeschichte der Stiftung Liebenau beginnt bereits Mitte des 19. Jahrhunderts. Im oberschwäbischen Tettnang gründet der junge Geistliche Adolf Aich mit einer Gruppe Gleichgesinnter einen Verein, der als Träger einer so genannten Pfleg- und Bewahranstalt für chronisch Kranke dienen soll. Zur Finanzierung des Vorhabens und um die Unabhängigkeit des eigenen Handelns sichern zu können, werden umfangreiche Sammlungen getätigt.

1870 - 1877

Die Gründungsphase

Nach gründlicher Vorarbeit gelingt es dem St. Johann-Verein, eine eigene Pflegeanstalt zu gründen. Der Neubau eines Hauses in Tettnang scheitert allerdings. Auf der Suche nach einem neuen Standort erwirbt Adolf Aich das nahegelegene Schloss Liebenau. Mit vier zu betreuenden Menschen und drei Barmherzigen Schwestern aus dem Kloster Reute öffnet die „Pfleg- und Bewahranstalt für Unheilbare in Liebenau“ ihre Pforten.

Um den Anforderungen und der steigenden Zahl an Bewohnerinnen und Bewohnern gerecht zu werden, sind weitreichende Umbaumaßnahmen notwendig.

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1878 - 1913

Etablierung

Die von Beginn an auch stark wirtschaftliche Ausrichtung der Pfleganstalt ruft immer wieder Kritiker auf den Plan. Der neue Bischof der Diözese Rottenburg hält den Gründer und bisherigen Vorstand Adolf Aich für ungeeignet, um die Geschäfte der Pflegeanstalt zu führen, und versetzt ihn in eine neue Pfarrei.

Der Kaufmann Caspar Bueble übernimmt das Amt des Vorstands. Unter seiner Leitung finden zahlreiche Bauarbeiten in Liebenau statt: Neben Anbauten werden neue Gebäude errichtet, die landwirtschaftliche Nutzfläche vergrößert und elektrisches Licht eingeführt.

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1914 - 1924

Krieg und Krise

Der Ausbruch des Ersten Weltkriegs verschont auch das weitab der Fronten gelegene Liebenau nicht, für das nun schwere Zeiten anbrechen. Vor allem bei der Ernährung kommt es im Laufe des Krieges immer mehr zu Engpässen. Geplante bauliche Erweiterungen können nicht ausgeführt werden. Man muss sich auf die notwendigsten Reparaturen beschränken.

Das herbeigesehnte Ende des Krieges bringt jedoch nur wenig Besserung. Die Nachkriegswirren mit ihren wirtschaftlichen und politischen Problemen gefährden Liebenau essentiell. Es wird diskutiert, die Pflegeanstalt zu schließen. Erst mit der Einführung der Rentenmark stabilisiert sich die Lage wieder, und Liebenau kann weiter bestehen bleiben.

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1925 - 1932

Ausbau und Wachstum

Der Niedergang kann abgewendet werden und bald beginnt ein erfolgreicher Neustart. Die „Pfleg- und Bewahranstalt Liebenau" wächst rasch: Neue Grundstücke werden erworben und mit Hegenberg und Rosenharz entstehen zwei Zweigstellen, die fortan fest zu Liebenau gehören.

1933 - 1945

Nationalsozialistische Herrschaft und Kriegsjahre

Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten beginnt für Liebenau, 1940 offiziell in „Heil- und Pflegeanstalt Liebenau“ umbenannt, die schwerste Zeit ihrer Geschichte. Sozialdarwinistische Vorstellungen von „wertem und unwertem Leben“ werden unter den Nationalsozialisten radikal umgesetzt. Das unmenschliche NS-Euthanasie-Programm hat verheerende Folgen: Es kommt zur Ermordung von mehr als der Hälfte der Liebenauer Bewohnerinnen und Bewohner.

Während der Kriegsjahre werden Zwangsarbeiter eingesetzt und Zivilisten aus verschiedenen Staaten interniert. Die Zweigstelle Rosenharz dient der Wehrmacht als Lazarett. Das während der NS-Zeit Geschehene wird die Einrichtung fortan begleiten.

1946 - 1969

Neubeginn

Nach den Schrecken der NS-Zeit und des Krieges kann Liebenau seiner ursprünglichen Aufgabe wieder voll und ganz nachkommen. Unter der Leitung von Direktor Max Gutknecht werden wichtige Weichen in verschiedenen Bereichen gestellt, etwa in der Personalpolitik, der Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter oder bei den kulturellen Angeboten für die Bewohnerinnen und Bewohner.

1970 – 1979

Professionalisierung und neue Fachlichkeit

Liebenau beschreitet neue Wege. Die bisherige Heil- und Pflegeanstalt wird nun zur Stiftung Liebenau, neue Konzepte und Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen werden entworfen. In dieser Zeit beginnt auch in der Politik ein Umdenken: 1974 entsteht eine Neufassung des Schwerbehindertengesetzes und 1975 tritt das Erste Buch des Sozialgesetzbuches in Kraft. Die neuen Gesetze sollen die Chancen von Menschen mit Behinderungen in Beruf und Alltag verbessern.

1980 – 1994

Bildung und Miteinander

Die 1980er Jahre in der Geschichte der Stiftung Liebenau sind besonders dadurch gekennzeichnet, dass die soziale Integration der betreuten Menschen in den örtlichen Gemeinschaften und in der Gesellschaft gefördert wird. Eine Reihe neuer Bildungs- und Schulungsangebote wird eingeführt. In den 1990er Jahren entsteht die Altenhilfe als ein bedeutendes neues Aufgabenfeld der Stiftung Liebenau.

1995 – 2015

Dezentralisierung und Internationalisierung

Die Stiftung wächst, und ihre Organisation wird in den 1990er Jahren dezentralisiert. Im Rahmen dieser Entwicklung entstehen eine Reihe von Tochterund Beteiligungsunternehmen. Neben Aktivitäten in Sachsen und Rheinland-Pfalz weitet Liebenau sein Engagement auch nach Österreich, Italien, in die Schweiz, die Slowakei und sogar nach Bulgarien aus. Damit wird aus der einstigen Pflegeanstalt im Oberschwäbischen ein international agierendes Unternehmen.

2015 – 2030

Auf dem Weg zur Inklusion

Die Stiftung Liebenau ist auf dem Weg in eine inklusive Gesellschaft. Sie setzt fachliche Schwerpunkte in der Förderung von Autonomie und sozialer Teilhabe und in der bedarfsgerechten Begleitung von Menschen mit schweren und mehrfachen Einschränkungen. Mit innovativen Quartiersprojekten setzt sie Akzente in der Entwicklung neuer Altenhilfemodelle.

Um die Existenz und Unabhängigkeit der Stiftung Liebenau dauerhaft zu sichern, steht die wirtschaftliche und wettbewerbsfähige Gestaltung ihrer Angebote ebenso im Fokus wie ein gesundes Wachstum und der nachhaltige Umgang mit Ressourcen.

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Leichte Sprache

Die Geschichte der Stiftung Liebenau, in Leichte Sprache übersetzt, geprüft von Menschen aus den Liebenauer Arbeitswelten.

Film ab! Eine Reise durch die Zeit in 5 Minuten

Termine im Jubiläumsjahr

Fachtage besuchen, Feste feiern, über Zukunftsthemen diskutieren, das Miteinander erleben: Das alles ist möglich im Jubiläumsjahr. Wir freuen uns, Sie dann zu treffen – in Liebenau oder an einem der vielen anderen Standorte in Europa.

Jubiläumsschau

Mit vielen Veranstaltungen wollten wir unser Jubiläum feiern. Die Corona-Pandemie lässt das nicht zu. Zum Schutz der Menschen, die in der Stiftung Liebenau leben und arbeiten, und zum Schutz unserer Gäste sind bis zu den Sommerferien alle Feiern abgesagt. Was dennoch stattfinden kann, finden Sie im Terminkalender.

"Die Runde Zahl steht nun im Raum, für alle hier ein wahrer Traum." So beginnt das tolle Gedicht zum Geburtstag der Stiftung, das wir von unserer Wohngruppe in der Mömpelgardstraße in Ludwigsburg erhalten haben. Passend dazu gab es eine selbst gestaltete Karte. Wir freuen uns sehr über die Glückwünsche und die netten Worte!

Das Bild zeigt Dr. Markus Nachbaur und Dr. Berthold Broll, Vorstand Stiftung Liebenau, mit Besuchern bei der Austellungseröffnung

150 Jahre Stiftung Liebenau – das feiert das Sozialunternehmen 2020 ganz groß, mit mehr als 60 Veranstaltungen im Jahreslauf. Zum Auftakt des Jubiläumsjahres wurde erst einmal zurückgeschaut – auf eine bewegte Geschichte, bei der stets der Mensch im Mittelpunkt stand und auch weiterhin steht, entsprechend dem Leitwort der Stiftung: In unserer Mitte – Der Mensch.

Glöcklerlauf Gmunden

Ein gesundes und gesegnetes Jubiläumsjahr 2020 wünschten 79 Glöckler der Passe „Turnverein 1861“ den Bewohnerinnen und Bewohner im Haus St. Josef in Gmunden. Beim Brauch des Glöckelns, ein alter vorchristlichen Lärm- und Lichterbrauch zum Winter-Austreiben im Salzkammergut, laufen die Glöckler in der Rauhnacht vom 5. auf den 6. Januar in weißen Gewändern mit Lichterkappen auf dem Kopf, singen traditionelle Lieder und spielen Seitelpfeifen.

Jubeljahr

Spannende Fachtage, vergnügliche Feste und viel Unterhaltung: Das Jubiläumsjahr bietet einen bunten Strauß von Veranstaltungen – an vielen Standorten der Stiftung Liebenau in Deutschland, Österreich und in der Schweiz. Ein ausführliches Programmheft erscheint in Kürze.

Aufruf Liebenauer Geschichten

„I seh' den Direktor heut' no vor mir, wie er mit Sandalen an den breiten Füßen losgestapft ist.“ So fangen Geschichten an, Geschichten von und mit der Stiftung Liebenau. Sie erzählen vom Leben, von Menschen, von großen Ereignissen und vom Alltag. Oft sind das Geschichten, die nirgends aufgezeichnet wurden, die nur mündlich weitergegeben wurden.

Helfen Sie mit Ihrer Jubiläumsspende!

Die Stiftung Liebenau konnte vor 150 Jahren ihre Arbeit nur dank hilfsbereiter Menschen beginnen. Auch heute brauchen wir Spenden. Nur so können wir hilfesuchende Menschen unterstützen: Menschen mit Behinderungen, ältere Frauen und Männer, Kinder, Jugendliche und Familien, die in Not sind. Ihre Jubiläumsspende trägt dazu bei, dass jeder Mensch überall dazu gehört.

Lernen Sie unsere Spendenprojekte kennen – zum Beispiel unser Hospiz in Friedrichshafen.

Möchten Sie auch gratulieren?

Senden Sie uns Ihren ganz persönlichen Jubiläumsgruß. Welche Leistung, welche Person, welches Erlebnis hat Ihre Gratulation besonders verdient?